Volkstrauertag 2025 in der Pfarrei Hohenau

Hohenau Pfarrverband am 16.11.2025

Info Icon Foto: Klaus Schreiner
Totengedenken am Kriegerdenkmal auf dem Dorfplatz von Hohenau.

Unter gro­ßer Betei­li­gung der Ver­ei­ne wur­de in Hohen­au der Volks­trau­er­tag began­gen. Im Got­tes­dienst wur­de an die Opfer der bei­den Welt­krie­ge, aber auch der Todes­op­fer, die heu­te der Ein­satz für Frie­den for­dert, gedacht. Von Deutsch­land aus, so Pfar­rer David Sava­ri­mut­hu, ging nicht nur Krieg, von Deutsch­land aus gin­gen vie­le Frau­en und Män­ner, die nach 1945 ihr Leben lie­ßen im Diens­te des Frie­dens. Dar­an dürf­ten wir uns heu­te dank­bar erin­nern, 107 Jah­re nach Ende des 1. Welt­kriegs und 80 Jah­re nach Ende des 2. Weltkriegs. 

Der 1. Bür­ger­meis­ter Josef Gais erin­ner­te dar­an, dass vor 80 Jah­ren nach Ende des 2. Welt­kriegs die deut­schen Städ­te in Schutt und Asche lagen und vie­le Män­ner kehr­ten nie aus dem Krieg zurück. Ihrer gilt unser Geden­ken. Wir wol­len uns aber auch bewusst vor Augen hal­ten, so Josef Gais, wie wert­voll die Demo­kra­tie sei, die der­zeit lei­der von immer mehr Men­schen in Fra­ge gestellt wer­de. Unser Land habe das bis heu­te größ­te Unglück für die Mensch­heit ver­ur­sacht, bei dem rund 3,5 Pro­zent aller vor uns leben­den Men­schen auf der Welt gestor­ben sind. Aus den Trüm­mern aber konn­te wie­der Gutes wach­sen. Es ent­stand ein frei­es und demo­kra­ti­sches Deutsch­land, ein­ge­bet­tet in die Euro­päi­sche Uni­on. Nach 1945 erhiel­ten wir das Geschenk des Frie­dens, aus dem sich ein Land mit Wohl­stand und Frei­heit entwickelte. 

Heu­te jedoch befin­de sich die Welt im Wan­del und wir haben die Sor­ge, dass es schlech­ter wer­de als vor­her. Seit eini­gen Jah­ren erle­ben wir eine Zeit ver­mehr­ter Unsi­cher­heit. Die Aggres­si­on des Dik­ta­tors Putin stel­le uns vor nie dage­we­se­ne Her­aus­for­de­run­gen. Die Nach­rich­ten aus dem Nahen Osten sei­en wei­ter­hin bedrü­ckend und das Ver­hält­nis zu den USA, unse­rem Ver­bün­de­ten, der Deutsch­land nach 1945 so sehr unter­stützt habe, erle­ben wir Span­nun­gen, die wir uns vor eini­ger Zeit noch nicht vor­stel­len konn­ten. Wie ein Unkraut, dass sich immer wei­ter­ver­brei­tet, pflan­ze sich die­se Unsi­cher­heit auch in unse­rer Gesell­schaft fort. Wirt­schaft­li­che und gesell­schaft­li­che Pro­ble­me frus­trie­ren uns. Alles ist kom­pli­ziert gewor­den, sodass wir vie­le Zusam­men­hän­ge nicht mehr ver­ste­hen. Es gebe Kon­flik­te außer­halb unse­res Lan­des, die wir vor allem durch die Medi­en wahr­neh­men. Aber auch im inne­ren strei­te man sich hef­ti­ger als frü­her. Wenn aber jeder nur­mehr auf sich und sei­ne Inter­es­sen schaue, dann gewin­nen die Fein­de der Demokratie. 

Wir alle brau­chen ein­an­der und wir brau­chen das Mit­ein­an­der. Frei­heit funk­tio­nie­re nicht durch Rück­sichts­lo­sig­keit, son­dern durch Ver­ant­wor­tung für­ein­an­der. Gutes zu tun, ohne dafür einen Lohn zu erwar­ten, dass hal­te unse­re Gesell­schaft zusam­men. Die­ser Gemein­sinn wer­de gera­de bei uns in der Gemein­de noch inten­siv gelebt. Dar­aus erwach­se auch eine Kraft, die wir heu­te genau­so drin­gend brau­chen, wie damals, als es galt, unser Land nach dem Krieg wie­der auf­zu­bau­en. Heu­te müs­sen wir uns mit ver­ein­ten Kräf­ten gegen die­je­ni­gen stem­men, die uns täu­schen wol­len. Die­je­ni­gen, die uns ein­fa­che Lösun­gen ver­spre­chen. Die­je­ni­gen, die mei­nen, Deutsch­land wäre ohne Aus­län­der und ohne Euro­päi­sche Uni­on bes­ser dran. Und vor allem sei es gefähr­lich, denen poli­ti­sche Ver­ant­wor­tung zu geben, die die Grund­fes­te unse­rer Demo­kra­tie zer­stö­ren wol­len. Man kön­ne den Volks­trau­er­tag 2025 nicht unpo­li­tisch bege­hen. Die Lage sei zu kri­tisch, um all das aus­zu­blen­den. Und wenn wir schon nicht am gro­ßen Ver­hand­lungs­tisch sit­zen kön­nen, so kön­nen wir doch vor Ort in unse­rem unmit­tel­ba­ren Umfeld zu einem fried­li­chen Mit­ein­an­der bei­tra­gen. Wir kön­nen wei­ter dank­bar dafür sein, dass wir hier, in die­ser geseg­ne­ten, wun­der­schö­nen Land­schaft in Frei­heit und Wohl­stand leben dürfen. 

Nach dem Got­tes­dienst folg­te die Ehrung der Toten am Krie­ger­denk­mal am Dorf­platz von Hohen­au. Für die musi­ka­li­sche Umrah­mung des Volks­trau­er­ta­ges sorg­te die Blas­ka­pel­le Hohenau-Ringelai. 

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